Das Wichtigste auf einen Blick
- Ausreichend trinken ist eine wichtige Voraussetzung für körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.
- Flüssigkeitsmangel kann sich unter anderem durch Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme bemerkbar machen.
- Erwachsene sollten als Basis täglich mindestens etwa 1,5 Liter über Getränke aufnehmen.
- Bei Hitze und starkem Schwitzen steigt dein Flüssigkeitsbedarf – und mit dem Schweiß verliert dein Körper auch Mineralstoffe.
- Auch dein Gehirn braucht einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt.
- Nicht nur wie viel, sondern auch was du trinkst, spielt eine Rolle. Wasser und ungesüßte Getränke sind im Alltag die erste Wahl.
- Elektrolyte werden vor allem bei größeren Verlusten durch starkes oder lang anhaltendes Schwitzen interessant. Im normalen Alltag sind spezielle Elektrolytgetränke für gesunde Menschen meist nicht notwendig.
Trinken für mehr Energie: Dein Körper läuft nicht gerne auf Reserve
Puh, ist das heiß! Wenn uns schon das Sitzen zum Schwitzen bringt, erinnert uns der Sommer ziemlich zuverlässig an etwas, das wir im restlichen Jahr gerne vergessen: trinken.
Dabei ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr nicht nur während einer Hitzewelle wichtig. Dein Körper braucht Wasser jeden einzelnen Tag – zum Arbeiten, Denken, Bewegen und dafür, dass unzählige Prozesse im Hintergrund möglichst reibungslos ablaufen.
Steigen die Außentemperaturen, wird das Thema allerdings noch wichtiger. Dein Körper versucht, seine Temperatur unter anderem durch Schwitzen zu regulieren. Dabei verlierst du Flüssigkeit – und wichtige Mineralstoffe. Zudem ist Wasser weit mehr als nur ein Durstlöscher. Es ist Transportmittel, Lösungsmittel und körpereigene Klimaanlage in einem. Es hilft dabei, Nährstoffe und Stoffwechselprodukte zu transportieren, und spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung deiner Körpertemperatur.
Auch dein Gehirn möchte etwas trinken
Wenn wir über Energie sprechen, denken wir schnell an Ernährung, Schlaf, Bewegung oder vielleicht an die nächste Tasse Kaffee. Aber wie sieht es mit deinem Wasserglas aus?
Nicht nur deine Muskeln und dein Kreislauf sind auf einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt angewiesen. Auch deine geistige Leistungsfähigkeit kann darunter leiden, wenn Flüssigkeit fehlt.
Wenn du müde bist, der Kopf schwer wird und du beim dritten Lesen einer E-Mail noch immer nicht weißt, was eigentlich drinsteht, muss die Lösung nicht automatisch der nächste Kaffee sein.
Vielleicht braucht dein Gehirn zuerst einmal Wasser.
Wie viel solltest du trinken, um gut durch den Tag zu kommen?
„Trink genug!“ Klingt einfach. Wäre da nicht diese kleine Frage: Was ist eigentlich genug?
Als Basis empfehlen die österreichischen Ernährungsempfehlungen Erwachsenen mindestens rund 1,5 Liter Flüssigkeit über Getränke pro Tag. Einen weiteren Teil unseres Wasserbedarfs nehmen wir über Lebensmittel auf.
Die EFSA betrachtet die gesamte Wasserzufuhr aus Getränken und Lebensmitteln. Als angemessene Zufuhr gelten unter moderaten Bedingungen etwa 2 Liter Gesamtwasser pro Tag für Frauen und 2,5 Liter für Männer.
Das sind allerdings Orientierungswerte und keine persönliche Trinkverordnung.
Denn dein tatsächlicher Bedarf hängt unter anderem davon ab,
- wie viel du dich bewegst,
- wie stark du schwitzt,
- wie heiß oder trocken es ist,
- was du isst,
- ob du Sport machst oder in die Sauna gehst,
- und natürlich von deinem individuellen Gesundheitszustand.
Gerade bei Hitze steigt dein Flüssigkeitsbedarf. Wie stark, hängt unter anderem davon ab, wie viel du schwitzt und wie körperlich aktiv du bist. Deshalb gilt: regelmäßig trinken und die Menge an Temperatur, Bewegung und individuelle Flüssigkeitsverluste anpassen.
33 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht – eine gute Faustformel?
Vielleicht kennst du die Empfehlung, täglich ungefähr 30 bis 35 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht einzuplanen. Bei 75 Kilogramm wären 33 Milliliter beispielsweise rund 2,5 Liter. Solche Berechnungen können eine grobe Orientierung bieten, ersetzen aber keine individuelle Bedarfseinschätzung.
Ich finde sie trotzdem praktisch, um einmal ein Gefühl für die Größenordnung zu bekommen. Denn zwischen „Ich trinke eh genug“ und der tatsächlich geleerten Wassermenge liegen manchmal erstaunlich viele Gläser.
Mein Tipp für dich
Beobachte für ein paar Tage bewusst, wie viel du tatsächlich trinkst. Nicht, um daraus die nächste Selbstoptimierungs-Challenge zu machen – sondern um deinen persönlichen Ausgangspunkt kennenzulernen.
Dein eingebauter Hydrations-Check
Du brauchst übrigens nicht zwingend eine App, die dich alle 27 Minuten zum Trinken auffordert. Denn dein Körper liefert selbst Hinweise.Ein einfacher Hinweis kann die Farbe deines Urins sein. Hellgelber Urin kann im Alltag eine praktische Orientierung sein. Wird er deutlich dunkler und konzentrierter, kann das ein Hinweis darauf sein, dass es Zeit zum Nachfüllen ist.
Wichtig: Der erste Morgenurin darf dabei dunkler sein. Schließlich hast du mehrere Stunden nichts getrunken.
Mein Tipp für dich
Mach gegen Mittag einen kurzen Check. Ist dein Urin noch immer auffällig dunkel, frag dich, wie viel du seit dem Aufstehen tatsächlich getrunken hast.
Wann solltest du trinken? Timing statt Wasser-Marathon
Kennst du das? Es ist 18 Uhr, du blickst auf deine noch fast volle Trinkflasche und denkst: „Ups. Da war doch noch was.“ Also schnell einen Liter trinken und das Tagesziel retten? Bitte nicht! Denn für deinen Körper ist es sinnvoller, Flüssigkeit regelmäßig über den Tag verteilt aufzunehmen, anstatt große Mengen auf einmal nachzuholen.
Und dabei lohnt sich ein Blick auf deinen Tagesrhythmus:
1. Starte morgens mit Wasser
Während du schläfst, trinkst du mehrere Stunden nichts. Gleichzeitig verlierst du aber über Atmung, Haut und Urin Flüssigkeit. Darum beginnt meine Morgenroutine gerne mit ein bis zwei Gläsern Wasser.
Wenn es für dich angenehm ist, kannst du das Wasser zimmerwarm oder – ganz im Sinne des Ayurveda – warm trinken. Ein Spritzer Zitrone sorgt für Geschmack, wenn dir pures Wasser am Morgen zu langweilig ist.
Dein Kaffee darf übrigens trotzdem bleiben. Aber vielleicht bekommt das Wasserglas einfach den ersten Auftritt.
2. Trink tagsüber regelmäßig statt auf Vorrat
Versuche, einen guten Teil deiner Flüssigkeit bereits in der ersten Tageshälfte aufzunehmen und anschließend kontinuierlich weiterzutrinken. Denn Durst ist zwar ein wichtiges Signal deines Körpers – im hektischen Alltag wird dieses Signal aber erstaunlich leicht überhört.
Besonders hilfreich sind deshalb kleine Trink-Anker:
- nach dem Aufstehen,
- zum Start in den Arbeitstag,
- nach dem Toilettengang,
- vor oder nach einem Meeting,
- zu Arbeitspausen,
- vor und nach Bewegung.
So wird Trinken von einer zusätzlichen Aufgabe zu einer Routine, über die du kaum noch nachdenken musst.
3. Mach aus dem Abend keinen Trink-Marathon
Wenn du tagsüber kaum getrunken hast, ist kurz vor dem Schlafengehen nicht der ideale Zeitpunkt, um das gesamte Defizit aufzuholen. Große Flüssigkeitsmengen am späten Abend können dazu führen, dass deine Blase genau dann Aufmerksamkeit verlangt, wenn du eigentlich schlafen möchtest.
Wenn du abends Durst hast, sollst du ihn selbstverständlich nicht ignorieren. Ein paar Schlucke Wasser sind etwas anderes als der Versuch, um 22:30 Uhr noch einen Liter „Tagespensum“ nachzuholen. Dein Schlaf wird es dir ganz bestimmt danken.
Achtung: Mehr ist nicht automatisch besser
Wenn 2 Liter gut sind, müssen 5 Liter noch besser sein? Die klare Antwort hierzu: Nein. Denn auch beim Trinken gilt: Die Dosis macht den Unterschied. Extrem große Wassermengen innerhalb kurzer Zeit können die Natriumkonzentration im Blut gefährlich absenken. Das Risiko besteht insbesondere dann, wenn über längere Zeit deutlich mehr Wasser aufgenommen als ausgeschieden wird. Dieses Phänomen nennt man Hyponatriämie.
Für den normalen Alltag bedeutet das nicht, dass du vor deinem Wasserglas Angst haben musst. Es zeigt vielmehr: Ziel ist ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt, kein Trinkrekord.
Was solltest du trinken?
Wir haben geklärt, wie viel du trinken solltest und wann Elektrolyte interessant werden. Bleibt die vielleicht praktischste Frage: Was kommt eigentlich ins Glas?
Wasser: der unkomplizierte Klassiker
Leitungswasser und Mineralwasser sind hervorragende Durstlöscher. Sie liefern Flüssigkeit ohne Zucker und praktisch ohne Kalorien. Ob still oder prickelnd, ist vor allem Geschmackssache. Wenn du merkst, dass du von stillem Wasser automatisch mehr trinkst, dann ist stilles Wasser die bessere Wahl für dich. Wenn du lieber zu Mineralwasser mit Kohlensäure greifst und dadurch deine Flasche tatsächlich leer bekommst: wunderbar.
Denn das beste Wasser ist im Alltag häufig jenes, das du auch wirklich trinkst.
Mineralwasser kann zusätzlich relevante Mengen an Mineralstoffen enthalten. Ein Blick aufs Etikett lohnt sich, denn die Zusammensetzung unterscheidet sich je nach Quelle deutlich.
Ungesüßter Tee: Wasser mit Charakter
Kräuter- und Früchtetees sind eine wunderbare Möglichkeit, Abwechslung in dein Trinkglas zu bringen. Und wichtig: Tee muss nicht immer heiß sein! Im Sommer kannst du ihn abkühlen lassen und daraus deinen eigenen Eistee machen. Frische Kräuter, Zitrone, Orange oder Beeren dazu – schon schmeckt das Wasserglas deutlich weniger nach Pflichtprogramm.
Saft und Spritz: Auf die Mischung kommt es an
Fruchtsaft enthält Wasser, Vitamine und Mineralstoffe – aber eben auch relativ viel Zucker. Darum würde ich Saft nicht als klassischen Durstlöscher verwenden. Stark verdünnt sieht die Sache anders aus. Ein „g’spritzter“ Saft mit deutlich mehr Wasser als Saft kann gerade bei längerer körperlicher Aktivität interessant sein. Sie liefert Flüssigkeit und Kohlenhydrate; je nach Zusammensetzung kommen auch Mineralstoffe dazu.
Gemüsesaft: eine herzhafte Alternative
Du bist eher Team pikant als Team süß? Dann kann ein Gemüsesaft Abwechslung in deinen Alltag bringen. Gemüsesäfte enthalten üblicherweise weniger Zucker als Fruchtsäfte und können unter anderem Kalium liefern.
Tipp: Tomatensaft beispielsweise enthält Kalium und – je nach Produkt und zugesetztem Salz – auch Natrium. Als einziges Getränk für den ganzen Tag würde ich ihn trotzdem nicht empfehlen. Aber als Ergänzung? Warum nicht.
Darf Kaffee auf dein Flüssigkeitskonto?
Jetzt die Nachricht, auf die manche vermutlich gewartet haben: Ja, Kaffee liefert ebenfalls Flüssigkeit. Der Mythos, dass Kaffee dem Körper grundsätzlich mehr Wasser entzieht, als er zuführt, hält sich erstaunlich hartnäckig.
Das bedeutet natürlich nicht, dass vier Espressi plötzlich deine Wasserflasche ersetzen. Ich empfehle Kaffee eher als Genussmittel und nicht als Hauptgetränk. Persönlich halte ich mich gerne an maximal zwei Tassen und trinke sie möglichst bis etwa 14 Uhr. Warum? Nicht wegen der Flüssigkeitsbilanz, sondern vor allem wegen des Koffeins. Koffein kann noch viele Stunden später im Körper wirken und bei empfindlichen Menschen den Schlaf beeinträchtigen. Und guter Schlaf ist für dein Energielevel am nächsten Tag vermutlich wertvoller als der späte Nachmittagskaffee.
Tipps aus dem Ayurveda für heiße Tage
Auch im Ayurveda spielt der Umgang mit Hitze eine wichtige Rolle. Der Sommer wird mit einer Zunahme von Pitta, dem Feuerprinzip, verbunden. Traditionell setzt man deshalb auf leichte, wasserreiche Lebensmittel und erfrischende Kräuter und Gewürze.
Vielleicht möchtest du an heißen Tagen einmal Fenchel- oder Korianderwasser ausprobieren. Dafür kannst du beispielsweise einen Teelöffel Fenchel- oder Koriandersamen in einem Liter Wasser ziehen lassen und das Wasser anschließend über den Tag verteilt trinken.
Auch Gurke, Melone, Trauben und andere wasserreiche Lebensmittel passen wunderbar in die Sommerküche. Sie ersetzen dein Wasserglas nicht, tragen aber zusätzlich zur Flüssigkeitszufuhr bei.
Mein persönlicher Favorit: gekühltes Kokoswasser! Ich liebe es! Im Ayurveda gilt Kokoswasser traditionell als kühlend. Gleichzeitig liefert es Mineralstoffe wie Kalium und bringt geschmacklich Abwechslung ins Glas.
Welche Getränke sind weniger empfehlenswert?
Und damit kommen wir zu Cola, Limonade, Energy-Drinks & Co. Sie liefern selbstverständlich ebenfalls Wasser. Das Problem ist das Paket, in dem es kommt. Viele dieser Getränke enthalten große Mengen Zucker. Sie eignen sich deshalb nicht als tägliche Hauptquelle für deine Flüssigkeitszufuhr.
Ich formuliere es gerne etwas drastischer: Limonade ist für mich eher eine flüssige Süßigkeit als ein Durstlöscher. Du darfst sie natürlich genießen. Aber Genussgetränk und Hauptgetränk sind zwei unterschiedliche Jobs.
Alkohol und Hitze: keine besonders gute Kombination
Ein kaltes Bier oder ein Spritzer im Gastgarten mag sich bei 32 Grad herrlich erfrischend anfühlen. Als Hydrationsstrategie eignet sich Alkohol allerdings nicht. Gerade bei großer Hitze empfiehlt das österreichische Gesundheitsportal, Alkohol zu vermeiden. Dein Körper ist ohnehin damit beschäftigt, seine Temperatur zu regulieren und den Flüssigkeitshaushalt stabil zu halten.
Darum gilt für mich: Genuss darf sein – aber dein Durstlöscher sollte alkoholfrei sein.
Elektrolyte bei Hitze: Was verliert dein Körper beim Schwitzen?
Schwitzen ist die eingebaute Klimaanlage deines Körpers. Wird dir heiß, gibt dein Körper Schweiß über die Haut ab. Verdunstet dieser, entsteht Kühlung. Genial – allerdings nicht kostenlos. Denn mit dem Schweiß verlierst du nicht nur Wasser, sondern auch Elektrolyte. Elektrolyte sind Mineralstoffe, die in Körperflüssigkeiten als elektrisch geladene Teilchen – sogenannte Ionen – vorliegen. Zu den wichtigsten gehören:
Mengenmäßig gehen beim Schwitzen vor allem Natrium und Chlorid verloren, in kleineren Mengen Kalium, Magnesium und Calcium.
Interessant: Beim intensiven Schwitzen hinterlässt bei manchen Menschen vor allem Natrium deutlich sichtbare weiße Salzränder auf Shirt oder Sportkleidung. Wie viel Natrium du tatsächlich ausschwitzt, ist individuell sehr unterschiedlich. Schweißrate, Trainingszustand, Hitzeanpassung, Ernährung und genetische Faktoren spielen dabei eine Rolle.
Brauchst du bei Hitze zusätzliche Elektrolyte?
Wenn du gesund bist, dich ausgewogen ernährst und an einem normalen Sommertag keine außergewöhnlich großen Schweißmengen verlierst, musst du Elektrolyte in der Regel nicht automatisch supplementieren. Deine Ernährung liefert bereits Natrium, Kalium, Magnesium und andere Mineralstoffe.
Anders kann die Situation aussehen, wenn du über längere Zeit stark schwitzt – beispielsweise bei:
- intensivem oder langem Sport,
- körperlicher Arbeit bei Hitze,
- langen Wanderungen oder Radtouren,
- starkem Schwitzen über mehrere Stunden,
- oder außergewöhnlich hohen Flüssigkeitsverlusten.
In diesen Fällen kann ein Getränk ergänzt mit Kohlenhydraten und Natrium sinnvoll sein – dafür brauchst du aber nicht automatisch ein teures Spezialprodukt.
Auch wichtig: Bei Durchfall oder Erbrechen gehen auch Flüssigkeit und Elektrolyte verloren. Das ist allerdings eine andere Situation als normales Schwitzen und kann – insbesondere bei stärkeren oder länger anhaltenden Beschwerden – eine medizinische Abklärung erforderlich machen.
Kannst du ein Elektrolytgetränk selber herstellen?
Ja – und dafür brauchst du weder Neonfarbe noch einen Shaker mit Fitnessstudio-Logo. Für längere sportliche Belastungen empfiehlt die DGE Getränke, die Flüssigkeit sowie Kohlenhydrate und Natrium liefern. Wie das geht? Ganz einfach! Probiere doch einfach folgendes Rezept während deiner nächsten Sporteinheit aus:
6 Tricks, mit denen du automatisch mehr trinkst
Wissen ist schön. Eine volle Wasserflasche am Abend zeigt allerdings ziemlich zuverlässig, dass Wissen alleine noch keine Gewohnheit macht. Deshalb hier meine liebsten Alltagstricks:
1. Mach Wasser sichtbar
Stell deine Trinkflasche oder Karaffe dorthin, wo du sie ständig siehst. Auf dem Schreibtisch. In der Küche. Neben deiner Tasche. Eine sichtbare Flasche erinnert oft zuverlässiger ans Trinken als die zwölfte Handy-Benachrichtigung.
2. Nimm eine ausreichend große Flasche
Mit einem 200-Milliliter-Glas musst du ziemlich oft nachfüllen. Ich mag deshalb robuste Trinkflaschen aus Glas oder Edelstahl, gerne mit einem Liter Fassungsvermögen. So siehst du außerdem relativ schnell, wie viel du tatsächlich getrunken hast.
3. Kopple Trinken an bestehende Routinen
Neue Gewohnheiten funktionieren besonders gut, wenn du sie an etwas hängst, das ohnehin passiert. Zum Beispiel:
- Aufstehen → Wasser.
- Toilettengang → Wasser.
- Meeting beendet → Wasser.
- Arbeitspause → Wasser.
Du brauchst dadurch keine zusätzliche Aufgabe in deinem Kalender.
4. Gib deinem Wasser Geschmack
Zitrone, Limette, Orange, Gurke, Minze, Zitronenverbene oder ein paar Beeren können erstaunlich viel verändern. Aus „Ich muss trinken“ wird plötzlich: „Oh, das schmeckt gut.“
5. Mach vor der nächsten Tasse Kaffee den Wasser-Test
Du hast ein Energietief? Bevor du automatisch Richtung Kaffeemaschine wanderst, trink zuerst ein Glas Wasser. Warte kurz und beobachte dich. Vielleicht brauchst du tatsächlich Kaffee. Vielleicht brauchte dein Körper aber einfach Flüssigkeit.
6. Nutze deinen Mittags-Check
Schau gegen Mittag kurz zurück: Wie viel habe ich heute eigentlich schon getrunken? Ist deine Flasche noch fast voll und dein Urin deutlich dunkel, hast du einen ziemlich konkreten Hinweis. Kein schlechtes Gewissen. Einfach nachfüllen.
Dein einfacher Trink-Plan für den Alltag
Wenn du aus diesem Artikel nur eine Routine mitnehmen möchtest, dann probiere diese:
- Morgens: Starte nach dem Aufstehen mit ein bis zwei Gläsern Wasser.
- Vormittags: Stell deine Flasche sichtbar hin und trink regelmäßig.
- Mittags: Mach deinen kurzen Hydrations-Check.
- Nachmittags: Weiter regelmäßig trinken – und bei Hitze oder Bewegung deinen erhöhten Bedarf berücksichtigen.
- Abends: Nicht versuchen, ein großes Tagesdefizit kurz vor dem Schlafengehen aufzuholen.
Und wenn dir Wasser irgendwann zum Hals heraushängt: Kräuter rein. Zitrone rein. Eiswürfel rein. Problem gelöst. 😉
Gesundheit muss nicht immer kompliziert sein.
Manchmal beginnt mehr Energie tatsächlich mit einem Glas Wasser.
Häufig gestellte Fragen zum Trinken
Als Basis gelten für Erwachsene mindestens rund 1,5 Liter Flüssigkeit über Getränke pro Tag. Der individuelle Bedarf kann jedoch deutlich höher sein – beispielsweise bei Hitze, Sport, körperlicher Arbeit oder starkem Schwitzen.
Auch wasserreiche Lebensmittel tragen zur gesamten Wasserzufuhr bei. Eine praktische Faustformel von etwa 30 bis 35 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht kann eine grobe Orientierung bieten, ist aber kein allgemeingültiger offizieller Referenzwert.
Nicht automatisch. Wenn du gesund bist, dich ausgewogen ernährst und nur moderat schwitzt, kannst du deinen Elektrolytbedarf normalerweise über deine Ernährung decken.
Bei langem und starkem Schwitzen, beispielsweise durch intensiven Sport oder körperliche Arbeit bei Hitze, werden Elektrolyte wichtiger. Über den Schweiß verliert dein Körper vor allem Natrium und Chlorid.
Für gesunde Menschen im normalen Alltag sind spezielle Elektrolytgetränke in der Regel nicht notwendig. Wasser, Mineralwasser, eine ausgewogene Ernährung und bei Bedarf ein passender g'spritzer Saft können häufig ausreichen.
Bei intensiver oder lang anhaltender körperlicher Belastung können entsprechend zusammengesetzte Sport- oder Elektrolytgetränke praktisch sein. Entscheidend ist nicht der Preis oder das Marketing, sondern was enthalten ist und ob du es tatsächlich brauchst.
Für Sport und starkes Schwitzen kannst du ein einfaches Getränk beispielsweise aus einem Teil Apfelsaft und zwei bis drei Teilen Wasser oder Mineralwasser herstellen. Bei tatsächlich hohen Schweißverlusten kann etwas Salz ergänzt werden.
Das ist jedoch keine medizinische Rehydratationslösung. Bei starkem oder anhaltendem Durchfall und Erbrechen sollten gezielt zusammengesetzte orale Rehydratationslösungen verwendet und gegebenenfalls ärztlicher Rat eingeholt werden.
Durst, trockener Mund, dunkler beziehungsweise konzentrierter Urin, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme können auf eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr hinweisen.
Als einfacher Alltags-Check eignet sich die Urinfarbe: Hellgelb ist meist eine gute Orientierung. Der Morgenurin darf nach der Nacht etwas dunkler sein. Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und bestimmte Lebensmittel können die Farbe allerdings ebenfalls verändern.
Ja. Kaffee sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees tragen zur Flüssigkeitszufuhr bei. Wasser und ungesüßte Getränke sollten trotzdem die Basis bilden.
Kaffee würde ich eher als Genussmittel betrachten. Besonders am späteren Nachmittag und Abend lohnt es sich, auch an die Wirkung des Koffeins auf deinen Schlaf zu denken. Denn ausreichend trinken ist wichtig für deine Energie – ausreichend schlafen mindestens genauso.
Du möchtest langfristig mehr Energie im Alltag?
Wenn wir uns mehr Energie wünschen, suchen wir oft nach der besonderen Lösung. Dem richtigen Supplement. Der perfekten Morgenroutine. Dem neuesten Health-Hack. Dabei lohnt es sich, zuerst einen Blick auf die Grundlagen zu werfen.
Schlafe ich ausreichend? Esse ich so, dass mein Körper gut versorgt ist? Bewege ich mich? Mache ich Pausen? Und: Trinke ich eigentlich genug?
Gerade der letzte Punkt ist so banal, dass wir ihn gerne unterschätzen. Ich beobachte immer wieder, wie leicht Trinken im Alltag untergeht. Ein Meeting folgt dem nächsten, das Telefon klingelt, schnell noch eine Aufgabe erledigen – und plötzlich steht am Nachmittag dieselbe fast volle Wasserflasche am Schreibtisch wie am Morgen.
Gesundheit funktioniert für mich aber nicht über Perfektion. Sie funktioniert über kleine Entscheidungen, die wir oft genug wiederholen. Deshalb brauchst du nach diesem Artikel weder eine komplizierte Hydrations-App noch ein Regal voller Elektrolytpulver. Vielleicht brauchst du zunächst einfach ein Glas Wasser, das sichtbar vor dir steht.
Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie du deinen Körper dabei unterstützen kannst, gesund, energiegeladen und leistungsfähig zu bleiben, stöbere gerne durch meine weiteren Blogartikel und Gesundheitstipps.
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Ich wünsche dir einen wunderbaren Sommer und stoße mit meinem Glas Wasser auf dich und deine Gesundheit an!
Alles Liebe und beste Gesundheit,
Deine Doris Pargfrieder
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